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Malteser Bodensee

SÜDKURIER Friedrichshafen: Seehasenfest: Sicherheitskonzept bewährt sich

17.07.2017
Die Leitstelle der Sicherheits- und Rettungskräfte ist während des Seehasenfests am Antoniusplatz zu finden. | Bild: Hans-Robert Nitsche

Während tausende Besucher beim Seehasenfest feiern, sorgen andere für die Sicherheit und das Wohlergehen all dieser Besucher.

„Die größte Herausforderung an fünf Tagen Seehasenfest ist natürlich immer der Samstagabend. Da kommen bis zu 30 000 Besucher zum Feuerwerk und sehr viele mit dem Auto“, weiß Markus Ehmele, stellvertretender Revierleiter in Friedrichshafen, aus Erfahrung. In diesem Jahr hat er erstmals einen Arbeitsplatz mit Blick direkt auf das Geschehen. Er koordiniert den Ablauf aus dem Büro der Altstadtwache, die kurzfristig zur „polizeilichen Befehlsstelle“ wurde.

„Für uns ist das sehr gut, hier sind wir logistisch bestens ausgerüstet – auch dann, wenn es am Samstagabend mal wieder keinen Handyempfang gibt“, sagt Ehmele. Wie viele Polizeibeamte genau während des Seehasenfestes im Einsatz sind, dazu will Ehmele keine Angaben machen. „Es sind ausreichend Kräfte da, die dann je nach Uhrzeit aufgestockt werden“, erklärt er aber.

Nebenan, am Antoniusplatz, laufen alle Fäden in der Leitstelle zusammen. Dort sind Polizei und Feuerwehr präsent und leisten im wörtlichen Sinne Erste Hilfe. „Es gehen immer wieder Kinder verloren, die dann weinend zu uns gebracht werden. Die werden dann beruhigt und dann gelingt es uns sehr schnell, die Eltern zu finden, da wir die Beschreibungen der Kinder rasch an alle Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste weitergeben können. Meistens sprechen die Eltern aber auch Beamte an, wenn sie ihr Kind verloren haben“, weiß Ehmele. Er erinnert sich aber auch an Fälle, in denen es etwas länger dauerte, bis die Eltern bemerkten, dass das Kind nicht mehr mit ihnen im Bierzelt war.

Nicht ganz so dankbar sind Eltern dann, wenn die etwas größeren Kinder zu Hause abgeliefert werden. „Wenn unsere zivilen Beamten Jugendliche ansprechen, die stark alkoholisiert sind, dann kann es schon so weit kommen, dass wir sie nach Hause fahren, aber das ist dann selbstverständlich kostenpflichtig“, so Ehmele. Am Hinteren Hafen, direkt unter einer Achterbahn, haben die Rettungsdienste Malteser und Johanniter ihre Zelte aufgeschlagen.

Noch ist es ruhig, erzählt Rettungssanitäter Patrick Pikelj, doch am Abend sind 14 Mann plus Notarzt im Einsatz. Auch sie kümmern sich nicht nur um Verletzte, stark alkoholisierte Festbesucher und Kreislaufprobleme, sondern auch um Kinder. „Bei uns werden auch regelmäßig verloren gegangene Kinder abgegeben, um die wir uns kümmern“, sagt Maltester-Gruppenführer Horst Sonntag. Rettungssanitäter Pikelj erzählt aber auch, was zu den begehrtesten Dingen gehört, die von den Besuchern in Anspruch genommen werden. „Am häufigsten verteilen wir Pflaster für kleine Schnittwunden und jede Menge Blasenpflaster an Frauen, die mit den falschen Schuhen unterwegs sind.“

Bislang sind alle Verantwortlichen mit dem Verlauf des 69. Seehasenfestes in Friedrichshafen ausgesprochen zufrieden. „Kleinere Schlägereien gibt es bei jedem Fest – aber im Allgemeinen geht es auf dem Seehasenfest ausgesprochen friedlich zu“, sagt Ehmele.

 Im Einsatz

Die Polizei ist beim diesjährigen Seehasenfest mit ihrer Befehlsstelle in der Altstadtwache an fünf Tagen präsent. Von dort aus wird auch beobachtet, was auf dem Festgelände verteilte Kameras übertragen. Deutsches Rotes Kreuz, Maltester und Johanniter sind an verschiedenen Standorten in Friedrichshafen wie zum Beispiel beim Yachtclub und am Hinteren Hafen präsent. Es sind auch Polizeibeamte in zivil unterwegs, die sich beim Seehasenfest schwerpunktmäßig um Jugendliche kümmern. (hog)

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