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Malteser Bodensee

SCHWAEBISCHE Zeitung Sigmaringen: Sigmaringer Malteser feiern 60-jähriges Bestehen

09.09.2017
Ein Bild aus alten Zeiten: Franz Prinz von Hohenzollern präsentiert 1962 einen Ford-Transportwagen.(Foto: privat)

Nach dem Gottesdienst in St. Johann gibt es einen Tag der offenen Tür beim Malteserheim.

Sigmaringen sz. Der Malteser-Hilfsdienst Sigmaringen feiert am Sonntag ab 9.30 sein 60-jähriges Bestehen mit einem Festgottesdienst und einem anschließenden Tag der offenen Tür in der Geschäftsstelle Allee 9. Die Malteser teilen sich in verschiedene Dienstreferate auf, die am Sonntag der Bevölkerung vorgestellt werden. Das Motto der Malteser lautet „Wahrung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen“.

Im Sommer 1957 wurde die Bereitschaft Sigmaringen mit zehn Helfern und zwei Helferinnen gegründet. Gündungsmitglieder waren Prinz Franz von Hohenzollern, der erste Gruppenleiter Ernst Hug, Wolfgang Staudenmeier, Bernhard Glas, Günther Malke, Werner Dietmann, Karl Heinz Fritz und Gerlinde Boos. Von Sigmaringen ging auch die Initiative zur Gründung anderer Gruppen aus, unter anderem in Wald und in Konstanz. 1960 wurde das erste Fahrzeug, ein VW-Bus, angeschafft und in Eigenarbeit zu einem Krankentransporter ausgebaut.

Sechs Jahre nach der Gründung gab es hohen Besuch: Der Großmeister des Malteser-Ritterordens, Frau Angelo de Mojana die Cologna besuchte die Malteser in Sigmaringen und das Malteser Kinderheim in Krauchenwies. Die behelfsmäßige Unterkunft beim DRK wurde im Sommer 1967 verlassen, die Malteser zogen ins Sigmaringer Schloss ein. 1967, zur 100-Jahrfeier des Schlesischen Malteser-Ritterordens kam der Großmeister Fra Angelo erneut nach Sigmaringen.

Während diesen und in den folgenden Jahren werden die Tätigkeitsfelder der Malteser in Sigmaringen Schritt um Schritt ausgebaut. 1966 nehmen die Malteser zusammen mit der Caritas Fahrdienste zur Mutter- und Kindererholung auf, 1971 wird eine Jugendgruppe gegründet, die Vorläufer für einen bundesweiten Jugendverband war. 1973 beginnt der Alten- und Behindertenfahrdienst. Nach einem Umzug an den Karl-Anton-Platz engagieren sich die Malteser 1978 in der Betreuung vietnamesischer Flüchtlinge.

Ein Geschenk des Fürsten

Im Juni 1980 gibt es ein großzügiges Geschenk: Fürst Freidrich schenkt dem Malteser Hilfsdienst Sigmaringen die ehemalige Reithalle in Hedingen sowie ein Grundstück für den Bau eines neuen, eigenen Malteserheims. Nach dem Ausbau in Eigenleistung kann das neue Heim zum 25-jährigen Malteserjubiläum 1982 bezogen werden. Seit 1986 gibt es hauptamtliche Mitarbeiter.

Auch auf Diözesanebene erfahren die Sigmaringer Malteser Anerkennung. Zugführer Harry Zoll wird 1984 in den Diözesanvorstand gewählt und zwei Jahre später findet der Diözesanjugendtag in Sigmaringen statt. Kardinal Sebastiano Baggio, Schirmherr des Souveränen Malteserordens, besucht Sigmaringen 1987 und würdigt die soziale Arbeit der Gruppe. Auch Malteserpräsident Dieter Graf von Landsberg-Velen besucht Sigmaringen und unterstützt den Ausbau des von Fürst Friedrich geschenkten Hedinger Hofes. 1989 kommt wieder ein Großmeister des Ordens, Fra Andrew Berti, nach Sigmaringen.

Ab Ende 1989 engagieren sich die Malteser nach der Wende im Ostblock auch in Rumänien und übernehmen die Patenschaft für ein Kinderheim. Zum 40-jährigen Bestehen 1997 weihen die Sigmaringer Malteser einen Anbau an den Hedinger Hof ein und 1998 wir die Rettungswache staatlich anerkannt. 2001, zum 30-jährigen Bestehen der Jugendgruppe, trugen die Sigmaringer erneut den Diözesanjugendtag aus. 400 Jugendliche feierten mit.

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