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Malteser Bodensee

SCHWAEBISCHE Zeitung: Friedrichshafen - Wenn der Tod näher rückt

06.02.2019
Christine Reitmeier spielt in „Oskar und die Dame in Rosa“. (Foto: Stiftung Liebenau)

Liebenau/FRIEDRICHSHAFEN (sz) – Anlässlich des „Tages der Kinderhospizarbeit“ am Sonntag, 10. Februar, zeigt der Ambulante Kinderhospizdient Amalie ein Theaterstück über den zehnjährigen Oskar, das Leben im Krankenhaus und den Umgang mit einer schweren Erkrankung. Aufführungsort ist der „Kiesel“ in der Friedrichshafener Karlstraße.

Ein Krankenhauszimmer auf der Kinderstation, leise erklingt das Lied „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, dass ich so traurig bin“, dann kommt Mama Rosa, setzt sich auf das leere Bett und erinnert sich an Oskar. So beginnt das Ein-Personen-Stück, dass die Schauspielerin Christine Reitmeier seit elf Jahren immer wieder auf die Bühne bringt, um das Thema Tod und Sterben in die Öffentlichkeit zu tragen.

Oskar ist zehn Jahre alt, aber er weiß, dass er sterben wird. „Eierkopf“ nennen ihn die anderen Kinder im Krankenhaus. Doch es ist nur ein Spitzname und tut nicht weiter weh. Schlimmer ist, dass der Arzt und seine Eltern Angst haben, darüber zu reden, dass weder Chemotherapie noch Knochenmarktransplantation sein Leben retten können. Nur die „Dame in Rosa“ hat den Mut, mit ihm über seine Fragen nachzudenken. Sie gehört zu den Frauen in rosa Kitteln, die sich in der Klinik ehrenamtlich um schwerkranke Kinder kümmern.

Aus der eigenen Geschichte kennt Christine Reitmeier die Tabuisierung des Todes: „Wir lernen den Umgang mit dem Sterben nicht mehr. Mit diesem Stück möchte ich dazu beitragen, über solche Themen zu reden, denn es betrifft uns alle.“

Das außergewöhnliche Theaterstück von Eric-Emmanuel Schmitt berührt zutiefst, heißt es in einem Schreiben der Stiftung Liebenau. Die offene, ehrliche und auch humorvolle Art, mit der Krankheit umzugehen, macht Mut, Gefühle zuzulassen. Gleichzeitig wird deutlich, wie wichtig es in solch schweren Situationen ist, einen Menschen an seiner Seite zu haben und begleitet zu werden. Dabei ist Mama Rosa wie eine der ehrenamtlichen Paten des Ambulanten Kinderhospizdienstes Amalie, ein Angebot der Stiftung Liebenau und des Malteser Hilfsdienstes im Landkreis Ravensburg und im Bodenseekreis für Oskar und seine Familie da. Eine wichtige Arbeit, auch für Christine Reitmeier: „Ich habe eine große Hochachtung für die Menschen, die sich in der Hospizarbeit engagieren.“

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