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Malteser Bodensee

SCHWAEBISCHE Zeitung: So erfüllen die Malteser einem dementen 79-Jährigen seinen Herzenswunsch

03.08.2019
Nach der Ankunft auf dem Flughafen Tallinn „Lennart Meri“ konnte Viktor P. von Norbert Scheffler und Marina Bodnar an seinen Sohn Sergey übergeben werden. (Foto: Malteser)

Der Malteser-Hilfsdienst mit Sitz in Weingarten hat dem an Demenz erkrankten 79-jährigen Viktor P. aus einer Kreisgemeinde einen Herzenswunsch erfüllt. Noch einmal wollte er seinen Sohn Sergey in Tallin, der Hauptstadt Estlands, besuchen. Die Malteser übernahmen die Rolle der Flugbegleiter.

Normalerweise seien die Malteser für Hilfsgüterfahrten nach Rumänien und Weißrussland bekannt. „Dieses Mal haben wir unseren Auslandsdienst etwas anders geleistet“, sagt Norbert Scheffler, Stadtbeauftragter der Malteser und Projektleiter Osteuropa für die Malteser in der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

„Als bei uns die Anfrage für die Begleitung eines an Demenz erkrankten Mannes für einen Hin- und Rückflug nach Tallinn auflief, musste ich und meine Kollegin, Marina Bodnar, nicht lange überlegen“, so Scheffler weiter. Er ist in der stationären Altenhilfe als Krankenpfleger und Pflegedienstleiter, Bodnar als Gesundheits- und Krankenpflegerin mit gerontopsychiatrischer Fachweiterbildung tätig. Somit seien die fachlichen Voraussetzungen schon gegeben gewesen, heißt es.

Weil der 79-jährige Viktor P. noch einmal seinen Sohn in Tallinn besuchen wollte, suchte seine Stieftochter nach einer Möglichkeit, ihn auf dem Flug von Friedrichshafen über Frankfurt nach Tallinn begleiten zu lassen. Da Viktor P. an Demenz erkrankt ist, könne er die Reise alleine nicht mehr antreten. Aus der Familie habe ihn niemanden zum jetzigen Zeitpunkt begleiten können und später hätte sein Sohn dann in Tallinn keinen Urlaub mehr gehabt.

Bei ein paar Besuchen an seinem Wohnort habe sich Scheffler ein Bild von Viktor P. gemacht und die Einzelheiten mit seiner Stieftochter abgeklärt. Die Flüge ab Friedrichshafen seien gebucht worden, ebenso ein Rollstuhl für den Terminaltransfer im Flughafen Frankfurt. Am vergangenen Samstagmittag sei es dann pünktlich losgegangen.

„Am Frankfurter Flughafen stand eine Mitarbeiterin schon an der Gangway mit dem Rollstuhl an der Hand und hat uns empfangen. Es lief alles absolut perfekt und Herr P. hat den Flug und unsere Gesellschaft sehr genossen, vor allem, weil Marina Bodnar sich mit ihm in seiner Heimatsprache unterhalten konnte“, berichtet Scheffler. Während der insgesamt siebenstündigen Reise, waren auch begleitete Toilettengänge dabei. „Nichts Besonderes und kein Problem, da wir das aus unserem Beruf gewohnt sind“, merkt Bodnar an.

Nach der laut Mitteilung pünktlichen Landung bei schönstem Wetter in Tallinn konnte Viktor P. seinem bereits im Flughafen wartenden Sohn Sergey übergeben werden. Am 6. August wird Scheffler ihn wieder in Tallinn zum Rückflug nach Friedrichshafen abholen.

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