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SCHWAEBISCHE Zeitung Aulendorf : Realistische Übung der Feuerwehr Aulendorf sorgt für Gänsehaut bei Zuschauern

06.10.2019
Foto: Claudia Buchmüller

Aus dem ersten Stock des Schulzentrums Aulendorf tritt Rauch aus – mehrere Kinder sind an den geschlossenen Fenstern zu sehen – dann ertönt ohrenbetäubendes Sirenengeheul und die mehrmalige Durchsage: „Achtung, Achtung. Aufgrund eines technischen Defektes bitten wir alle Klassen und Kurse die Räume sofort zu verlassen. Begeben sie sich ruhig und geordnet in Gruppen auf den Schulhof. Den Anweisungen der Lehrer ist unbedingt Folge zu leisten.“ Auch wenn den Zuschauern klar war, dass es sich um die jährliche Hauptübung der Feuerwehr Aulendorf handelt, verursachte das äußerst realistische Übungsszenario trotzdem bei manchem Anwesenden Gänsehaut.

„Ich hoffe, dass ich das nie im Ernstfall erleben muss“, bekräftigte Christof Lang, Schulleiter der Schule am Schlosspark und verfolgte das weitere Vorgehen der Einsatzkräfte. Rund 150 Erwachsene und Kinder, darunter mehrere Ortschaftsräte, der stellvertretende Bürgermeister Konrad Zimmermann und viele Kameraden befreundeter Wehren aus der Umgebung waren trotz widrigem Wetter am Samstagnachmittag gekommen, um bei der Jahreshauptübung dabei zu sein. Feuerwehrmann Jörg Ohlinger kommentierte in bewährter Weise das Geschehen und streute interessante Details aus dem realen Feuerwehrleben ein. Die Zuschauer erfuhren, dass alle Abteilungen mit 70 Kräften an der Übung teilnehmen. Zusätzlich war der Rettungsdienst des DRK und die Malteser mit acht Leuten vor Ort.

Die Einsatzleitung der von Jörg Ohlinger und Norbert Dittrich geplanten Übung hatte der stellvertretende Kommandant Martin Seiffert, der als Erster die Lage im Schulgebäude erkundete und die nachrückenden Kräfte und Fahrzeuge koordinierte. Nach der Chaos-Phase, wie es der Kommentator nannte, ging es Schlag auf Schlag. Schläuche wurden ausgerollt und an Hydranten angeschlossen, Steckleitern aufgestellt, Atemschutzmasken und Sauerstoffflaschen übergezogen, die große Drehleiter ausgefahren. „Man weiß gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll“, sagte ein Zuschauer und sein Nachbar antwortete, „aber irgendwie sieht alles geordnet aus, da sitzt bestimmt jeder Handgriff.“ Und so war es auch, wie Gesamtkommandant Markus Sonntag im Gespräch mit der Schwäbischen Zeitung bestätigte. So konnten alle eingeschlossenen Kinder, denen der Weg über das verrauchte Treppenhaus versperrt war, in Sicherheit und der Brand im Chemieraum unter Kontrolle gebracht werden.

Danach forderte Kommentator Ohlinger die Zuschauer auf, sich nahe des Schulgebäudes zu positionieren, um den zweiten Teil der Übung – einen Autounfall mit Personenrettung – gefahrlos beobachten zu können. Zwei verletzte Personen saßen in dem Auto, das mit einem Laternenpfahl kollidiert war. Feuerwehr und Rettungsdienst waren von der Leitstelle alarmiert worden. Auch hier verschaffte sich Einsatzleiter Seifert einen Überblick, indem er prüfte, ob die Unfallopfer ansprechbar waren. Gemeinsam mit dem Einsatzleiter des Rettungsdienstes besprach er die weiteren Maßnahmen.

Danach wurden die Verletzten vom DRK versorgt und erhielten beide eine Halswirbelsäulenschiene. Anschließend konnten die Zuschauer detailliert verfolgen, wie die Fenster zertrümmert und danach mit Rettungsschere und -spreizer das Auto zerlegt wurde, so dass die Verletzten auf einem sogenannten Spinebord möglichst schonend herausgeholt werden konnten. Pressewart Peter Sonntag war von der realitätsnahen und detaillierten Durchführung der Übung begeistert. Im Gespräch mit der SZ lobte Einsatzleiter Seifert „seine Mannschaft“ und fügte augenzwinkernd hinzu, dass es nun zur Nachbesprechung der Übung bei Linsen und Spätzle geht.

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