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Malteser Bodensee

SCHWAEBISCHE Zeitung Weingarten: Familien mit schwerkranken Kindern und Eltern unterstützen

06.02.2020
Ausflug auf die Mainau des Kinderhospizdienst Amalie

Sie kommen in die Familien und helfen, wenn ein Kind oder Elternteil lebensbedrohlich erkrankt ist: die ehrenamtlichen Mitarbeiter des ambulanten Kinderhospizdienstes Amalie. Im Landkreis Ravensburg und Bodenseekreis aktiv, wird das für die Betroffenen kostenlose Angebot von der Stiftung Liebenau und dem Malteser Hilfsdienst getragen. Am 10. Februar, dem Tag der Kinderhospizarbeit, feiert Amalie sein 10-jährige Bestehen im Kultur- und Kongresszentrum Weingarten.

„Wir können die Trauer nicht abnehmen, aber sie gemeinsam mit den Familien tragen“, sagt Elisabeth Mogg, eine der vier hauptamtlichen Koordinatorinnen, die seit Gründung von Amalie 2010 dabei ist und unter anderem die Einsätze der Ehrenamtlichen in den Familien abstimmt. 64 Patinnen unterstützen derzeit 28 Familien im Kreis Ravensburg und Bodenseekreis in ihrem schweren Schicksal. 90 Familien sind es seit Bestehen von Amalie, was eine Wortschöpfung ist aus ambulanter Kinder- und Jugendhospizdienst der Malteser und der Stiftung Liebenau. Amalie wird aktiv, wenn entweder ein Kind lebensbedrohlich erkrankt ist oder ein Elternteil.

Hilfe ist kostenfrei

Die Begleitungen dauern im Schnitt drei bis vier Jahre und gehen bis zu einem Jahr über den Tod des Kranken hinaus. Dabei besuchen die Ehrenamtlichen einmal in der Woche die Familien, sind Ansprechpartner für Kinder, Eltern, Geschwister. Sind Spielkamerad und Lebensbegleiter da, wo sie gebraucht werden, Pflege und Haushalt ausgenommen. Die Hilfe, die für die Familien kostenfrei ist, wurde im Lauf der zehn Jahre ausgeweitet. „Wo Bedarf ist und es keine entsprechenden Angebote gibt, bauen wir unsere Dienste aus“, sagt Mogg. So gibt es seit sechs Jahren Kindertrauergruppen für sechs bis 12-jährige Geschwister von Verstorbenen, wo die Trauer kreativ verarbeitet und über Gefühle und den geliebten, verlorenen Menschen geredet werden kann.

Präventiv-Projekt „Hospiz macht Schule“

Die Kindertrauerbegleitung ist ein gemeinsames Projekt von Amalie und der Sonja-Reischmann-Stiftung. Bei dem Angebot Ü14 stehen Jugendliche mit ihrer Art der Trauerverarbeitung im Mittelpunkt. Dabei treffen sich Hinterbliebene mit einem eigens geschulten Team zu verschiedenen Aktionen wie Standup-Paddling, Kochen oder Bogenschießen. Seit einem Jahr gibt es im Übrigen das Präventiv-Projekt „Hospiz macht Schule“ für die dritten und vierten Klassen. In geschützter Atmosphäre kämen da die oft in Familien tabuisierten Themen Krankheit, Sterben, Tod und Trauer auf den Tisch und die Schüler lernten, über diese existenziellen Dinge zu sprechen, so Mogg. „Es ist wichtig, bevor etwas Schlimmes passiert, darüber zu sprechen“, weiß die Pflegepädagogin und Kinderkrankenschwester aus Erfahrung.

Was die Familien anbelangt, gibt es für sie unter anderem einmal im Jahr einen Ausflug, wo sie sich um nichts zu kümmern brauchen, ihre Sorgen für einen Tag mal vergessen und sich mit Schicksalsgenossen austauschen können. „Es wird immer mehr“, sagt Mogg. Gerade auch die Begleitung bei sterbenden Elternteilen nehme zu. Der Kinderhospizdienst, der auch für die Ausbildung der Ehrenamtlichen aufkommt, finanziert sich etwa zur Hälfte mit Geldern der Krankenkassen, ansonsten ist Amalie in ihrem wichtigen gesellschaftlichen Dienst auf Spenden angewiesen. Mit Familien, Paten und Unterstützern wird am Montag, 10. Februar, im KuKo das zehnjährige Bestehen gefeiert.

Wer sich für die Arbeit des Kinderhospizdienstes Amalie interessiert, kann sich an Koordinatorin Elisabeth Mogg wenden. Telefon 0751/3661333, E-Mail: e.mogg@kinderhospizdienst-ravensburg.de

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