Navigation
Malteser Bodensee

SCHWAEBISCHE Zeitung Leutkirch: " Wir lassen niemanden im Stich"

11.05.2020
Leo Stölzle und Kora Bargenda-Bobock bringen eine Mahlzeit.

Helden des Alltags: Menüdienst-Team der Maltesert fährt täglich etwa 100 Essen aus.

von Gisela Sgier

LEUTKIRCH - Für viele Menschen ist das tägliche Essen eine Selbstver­ständlichkeit. Tatsächlich ist es aber so, dass es Personen gibt, insbeson­dere ältere Leute, die nicht mehr in der Lage sind, Tag für Tag für sich selbst zu sorgen. Deshalb gibt es den Malteser-Menüdienst mit Sitz in Konstanz, der in Leutkirch und Um­gebung täglich erwa 100 Essen aus­fährt, um den betroffenen Menschen zu helfen.
Tag für Tag, und das 365 Tage im Jahr, sind etwa sieben Mitarbeiter der Organisation unterwegs, um Leutkirchern täglich eine leckere Mahlzeit auf den Tisch zu bringen. Zubereitet werden die Essen in einer Küche in Weingarten. Von dort aus gelangen die bestellten Menüs in ei­ner großen Auswahl nach Leutkirch zur Anlieferungsstelle im Carl-Jo­seph-Scniorenzentrum. Dort be­ginnt für die Ausfahrer der Malteser die eigentliche Arbeit - eine Arbeit die auch in Zeiten der Corona-Krise unumgänglich ist.
Seit dem 1. Mai fahren wir in Leutkirch insgesamt drei Touren. "Das hat aber nicht unbedingt etwas mir Covid-19 zu tun, vielmehr ist es einfach so, dass es den Bedarf gibt", sagt, Kora Bargenda-Bobock. Die Mitarbeiterin der Malteser ist seit vielen Jahren beim Menüdienst der Malteser mit dabei. Unterstützt wird sie seit Oktober von Leo Stölzle aus Aichstetten, der ihr und ihrem Team Tag für Tag zur Seite steht.
Aber wie sieht der Ablauf jetzt in Zeiten von Corona aus?  Wir müssen uns schon an die vorgegebenen Hy­gienevorschriften halten und nähere Kontakte zu unseren Kunden vermeiden, auch wenn das immer wie­der schwerfällt", erläuert Bargenda­ Bobock, die stets wie ihre Kollegen mit einem Mundschutz unterwegs ist. Sie sagt: "Wir desinfizieren unse­re Hände vor und nach jeder Auslieferung, das ist ein absolutes Muss." Auch bei der Übergabe des Essens gelten aktuell strenge Regelungen. "Wir stellen das bestellte Essen in ei­ne zuvor herausgegebene Box vor die Haustüre und klingeln dann, damit unsere Kunden wissen, dass wir mit dem Essen da sind."
Eine Vorgehensweise, die ein be­liebtes Schwätzchen derzeit nicht mehr zulässt: "Kleine Plaudereien sind aktuell leider nicht mehr möglich, was aber nicht heißt, dass wir kein Auge auf unsere Kunden haben. Bei Auffälligkeiten benachrichtigen wir Verwandte, wenn wir Kontaktda­ten haben. Liegen keine Daten vor, informieren wir unsere Dienststelle", erklärt Mitarbeiter Leo Stölzle.
Corona-Krise hin oder her - die Malteser schauen ständig, Menschen helfen zu können, die Hilfe benöti­gen. "Wir lassen trotz Corona-Krise niemanden im Stich, denn uns ist be­wusst, dass wir oft nur der einzige Koatakt am Tag sind", sagt Bargen­da-Bobock. Und sie kenne ihre "Pappenheimer" genau: "Ich habe an ei­nem Freitag, der ja im katholischen Glauben sagt, kein Fleisch essen zu dürfen, mal das Essen verwechselt. "Anstatt Kässpätzle hat es Schweins­bratwürstchen mit Sauerkraut und Kartoffelpüree gegeben". Eine Ver­wechslung, die allerdings kein groß­artiges Problem ausgelöst habe, son­dern viel mehr wieder zu einem net­ten Gespräch in so ungewöhnlichen Zeiten geführt habe.
„Das Leutkircher Team ist eine Supertruppe. Die halten zusammen, wo es nur geht. Gleichzeitig küm­mert sich die Gruppe vorbildlich um unsere Kunden, wie es nur geht", er­klärt Olga Gellert, Leiterin des Malteser·Menüservice Bodensee-Oberschwaben aus Konstanz.

Weitere Informationen