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SCHWAEBISCHE Zeitung Weingarten: Weingarten passt Teststrategie im Bildungsbereich an

22.02.2021

Die Stadt Weingarten wird ab Mittwochnachmittag mit den kostenlosen Corona-Tests für Lehrer, Erzieher und alle weiteren Angestellten von Schulen, Kindergarten und Kindertagesstätten beginnen. Das hat Pressesprecherin Sabine Weisel am Montag mitgeteilt.

 

Damit starten die Test zweieinhalb Tage nach der Öffnung der Bildungseinrichtungen, die bereits seit Montagfrüh auch wieder offiziell die Kinder und Schüler begrüßen.

 

Dennoch ist man in der städtischen Verwaltung zufrieden mit der Umsetzung.

 

„Die Koordination im Haus und mit den örtlichen Hilfsdiensten hat sehr gut und zügig funktioniert. Innerhalb einer Woche konnten wir gemeinsam ein Testzentrum einrichten und somit ein flankierendes Testangebot für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer örtlichen Betreuungs- und Bildungseinrichtungen zur Verfügung stellen“, sagt Rainer Beck, Fachbereichsleiter für Gesellschaft, Bildung und Soziales. „Angesichts der sehr knappen Zeitläufe können wir, denke ich, alle zufrieden mit dem Geleisteten sein.“

 

Tatsächlich hatte die Stadt die Teststrategie in kürzester Zeit konzipiert, damit der Zeitraum bis zum 1. März und den von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn angekündigten deutschlandweiten kostenlosen Tests, überbrückt wird. Die Verwaltung hatte daher 2000 Test für insgesamt 10.000 Euro gekauft, um jedem der 500 Angestellten an den Schulen, Kitas und Kindergarten insgesamt vier Tests (zwei pro Person und Woche) zu ermöglichen. Allerdings bringen die vermeintlich viel einfacheren und angenehmeren Corona-Tests neue Herausforderungen mit sich, so dass zunächst doch die herkömmlichen Tests verwendet werden.

 

Vorteile des neuen Schnelltests

 

Eigentlich hatte die Stadt – zu einem Zeitpunkt als noch nicht klar war, dass das Land Baden-Württemberg Schnelltests zur Verfügung stellt – auf die Antigen-Schnelltests „Panbio“ der Firma Abbott gesetzt. Der Vorteil dieser neuen Tests, die aus Tübingen stammen: Der Abstrich im vorderen Bereich der Nase reicht aus. Das unangenehme Eindringen in den hinteren Teil der Nase, welches einem zwangsläufig Tränen in die Augen treibt, wird vermieden.

 

Noch wichtiger: Hierfür braucht es keine besondere medizinische Expertise, weswegen alle Lehrer, Erzieher und betroffene Angestellte den Test – nach einer ersten Einweisung – an den jeweiligen Arbeitsplätzen machen können.

 

Der erste Test hätte aber ohnehin an einer zentralen Anlaufstelle von medizinisch geschultem Personal gemacht werden sollen. War in der vergangenen Woche noch unklar, wer das übernimmt, ist nun entschieden, dass das Deutsche Rote Kreuz und die Malteser sich darum kümmern werden.

 

Allerdings brauchen sie offensichtlich etwas Vorlaufzeit. „Aufgrund der neuartigen Schnelltestvariante aus Tübingen gibt es noch keine Vorkenntnisse über die genaue Anwendung, wie viele Dosen pro Fläschchen es gibt und vieles mehr. Um hier eine gute Einarbeitung – und folglich eine fehlerfreie Anwendung zu gewährleisten – werden sich das DRK und die Malteser zunächst mit dem neuen Material auseinandersetzen müssen“, erklärt Weisel.

 

Weingarten erhält 3500 Tests aus Notreserve des Landes

 

Das hat aber auch zur Folge, dass die ersten Tests, die für Mittwoch anberaumt sind, mit den bisher gängigen Tests der Firma Roche umgesetzt werden. Diese wurden vom Land kostenlos zur Verfügung gestellt und sind bereits vor Ort. Insgesamt hat Weingarten 3500 Tests aus der Notreserve zugeteilt bekommen.

 

„Sobald die Einarbeitung mit dem neuen Testverfahren erfolgt ist, ist es unser Ziel, schnellstmöglich auf die Tübinger Selbsttest-Variante umzustellen“, sagt Weisel, da sie schlichtweg einfacher und praktikabler in der Umsetzung seien.

 

Allerdings löst die Entscheidung einen kleinen Domino-Effekt aus. Schließlich hätten die Pädagogen die Tests zwei, drei und vier selbst machen sollen. Da nun der erste Schnelltest der Firma Abbott frühestens am kommenden Montag gemacht werden kann – die Stadt hat sich für Montag und Mittwoch als feste Testtage entschieden – wird es wohl maximal einen Selbsttest geben.

 

Schließlich soll ab übernächster Woche die bundesweite Testkampagne beginnen. Demzufolge würden nur die einfachen Selbsttests Eins (durch das medizinische Personal) und Zwei (Ende kommender Woche) gebraucht. Die Selbsttests Drei und Vier würden vorerst wegfallen. Das sei aber kein Problem, versichert Beck. „Wir gehen davon aus, dass wir alle Tests schnell und zielgerichtet aufbrauchen werden“, sagt er.

 

500 Tests innerhalb von drei Stunden?

 

Klar ist mittlerweile auch, dass das kleine (Erst)-Testzentrum in der Mensa am Schulzentrum eingerichtet wird. Dort sollen die Lehrer und Erzieher an den beiden Tagen dann zwischen 16.30 und 19.30 Uhr vorbeikommen. Die Befürchtung, dass 500 Leute innerhalb von drei Stunden wohl kaum getestet werden können, teilt man im Rathaus nicht. „Wir gehen nach jetzigem Stand davon aus, dass alle, die getestet werden wollen, in den vorgesehenen Zeitfenstern auch getestet werden können. Sollte die Nachfrage steigen,würden wir gegebenenfalls die Zeiträume ausweiten“, sagt Beck.

 

„Um Menschenansammlungen zu vermeiden, wurde ein digitales Termin-Tool eingerichtet, dessen Zugangslink an alle Einrichtungen zur Weitergabe an das Personal geschickt wird. So können die Termine koordiniert und unnötige Menschenansammlungen vermieden werden.“

 

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