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Malteser Bodensee

SCHWAEBISACHE Zeitung Weingarten/Laupheim: Wie die Malteser durch Impfungen die Impfstoffproduktion sichern

30.03.2021
Rettungssanitäterin Anna-Lena Gruhn bereitete die Impfdosen vor, Udo Blaseg verimpfte sie. (Foto: Fotos: Malteser)

Es gibt derzeit wohl kaum ein Produkt, das weltweit so gefragt ist, wie die Impfstoffe gegen Covid-19. Doch gerade weil die Vakzine im Verhältnis zur Weltbevölkerung so knapp sind, kommt dem reibungslosen Ablauf der Impfstoffproduktion eine umso größere Bedeutung zu.

 

Damit der Nachschub weiter gewährleistet wird, müssen viele Glieder einer langen Kette ineinander greifen. Dabei waren auch die Ravensburger Malteser mit Sitz in Weingarten ein wichtiges Kettenglied bei der Impfstoffproduktion – indem sie Impften.

 

So versucht das Mainzer Biotechnikunternehmen Bintech alle Risiken so zu minimieren, damit die Herstellung des mRNA-Impfstoffes nicht ins Stocken gerät.

 

Dazu gehört auch, dass Mitarbeiter und Zulieferfirmen, die für die Produktion des Vakzins von Bedeutung sind, die Möglichkeit bekommen, geimpft zu werden. So wird das Risiko minimiert, dass ganze Teams und damit Schichten ausfallen, was zwangsläufig zu einer geringeren Produktion des Impfstoffes führen würden.

 

Daher konnte auch die Laupheimer Firma Rentschler Biopharma, die – vereinfacht gesagt – das gentechnisch gefertigte Ausgangsmaterial von Verunreinigungen befreit und damit auch die Ausbeute an mRNA erhöht, allen Mitarbeitern aus den entsprechenden Bereichen ein Impfangebot machen.

 

„Wir impfen Mitarbeiter, um sicherzustellen, dass viele andere Menschen geimpft werden können“, hatte Rentschler-Geschäftsführer Frank Mathias unlängst der „Schwäbischen Zeitung“ erklärt.

 

Nicht alle Mitarbeiter erhielten das Impfangebot

 

„Wir sind uns unserer großen Verantwortung gegenüber der gesamten Gesellschaft bewusst und können uns bei der jetzigen Auslastung keinen Ausfall in unserer Mannschaft leisten, ohne dass das direkte Konsequenzen für die Lieferquoten nach sich zöge. Wenn bei uns in der Produktion Corona ausbrechen würde, könnten wir in dieser Form nicht weiterarbeiten“, führte er weiter aus.

 

So haben auch nur Angestellte ein Impfangebot erhalten, die den „Geschäftsbetrieb gewährleisten oder aktiv und direkt in den Produktions- und Distributionsprozess eingebunden sind.“

 

Wie viele Mitarbeiter das freiwillige Angebot angenommen haben, sagte Mathias nicht. Doch werden es sicher mehrere Einhundert sein. Schließlich hat Rentschler deutschlandweit 800 Angestellte, ein Großteil arbeitet am Hauptsitz in Laupheim. Doch mussten die Impfberechtigten, die sich für den Schritt entschieden hatten, erst einmal geimpft werden. Und genau da rücken die Malteser ins Kettenglied.

 

Betriebsarzt knüpfte den Kontakt

 

„Auf Wunsch von Rentschler und zur Unterstützung des Betriebsarztes entsandten die Malteser über mehrere Wochen Impfteams, bestehend aus jeweils sechs Personen“, erklärt der Kreisbeauftragte Udo Blaseg.

 

„Sie kamen auf uns zu, denn der Betriebsarzt kennt die Malteser.“ Ein Team bestand immer aus zwei impfenden Krankenschwestern, -pflegern oder Notfallsanitätern – unter ihnen auch Blaseg – sowie vier weiteren geschulten Helfern. Letztere bereiteten den Impfstoff vor, zogen ihn in Spritzen auf und übernahmen die Dokumentation und die Betreuung der Geimpften im Ruheraum.

 

„Der Produktionsschritt ist für Biontech essentiell“

 

So konnten die Impfteams an drei Tagen Ende Februar und drei Tagen im März die erste und zweite Impfung verabreichen. Blaseg betont, wie viel Freude den Maltesern die Einsätze gebracht hätten, da sie sich der als wichtiges Kettenglied bewusst waren.

 

„Der Produktionsschritt ist für Biontech essentiell. Ohne ihn könnten sie den Impfstoff nicht in diesen Mengen herstellen“, sagt Blaseg. „Es war eine tolle Stimmung. Alle waren froh über die Impfungen. Auch die Mitarbeiter, denn die wussten ja was sie da bekommen. Das war schon etwas besonderes.“

 

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