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SCHWAEBISCHE Zeitung Sigmaringen: Sigmaringen feiert das Fidelisfest

25.04.2021
Im Zeichen der Pandemie: das Fidelisfest 2021. (Foto: Michael Hescheler)

Vor der Pandemie wäre St. Johann brechend voll gewesen. Am Fidelistag 2021 waren dagegen lediglich einige Dutzend Gläubige persönlich in der Kirche, viele andere mussten den Festgottesdienst an den Bildschirmen verfolgen. „Stiller, aber zugleich persönlicher gedenken wir dem Sigmaringer Stadtheiligen“, sagte Pfarrer Ekkehard Baumgartner am Samstagabend. Coronabedingt wurde die Zahl der Ministranten auf zehn reduziert und kirchliche Organisationen wie die Malteser und die Pfadfinder waren lediglich mit Abordnungen vertreten.

 

Der Theologe Markus Hofer, langjähriger Leiter des Männerbüros der Diözese Feldkirch, hielt zum 399. Todestag des Stadtheiligen die Predigt und zeichnete ein gemischtes Bild. Fildelis sei für ihn ein Patron der Workaholicer, sagte er provokativ, weil er der Bedrohung des Burnouts ausgesetzt gewesen sei. Vielleicht deswegen habe er in seiner Mission, den Prättigau für den katholischen Glauben zurückzugewinnen, zu viel Druck ausgeübt und seinen aussichtslosen Kampf deshalb mit seinem Leben bezahlt. „Er hat das Beste gegeben, aber vielleicht nicht das Richtige“, sagte Hofer. Druck erzeuge Gegendruck. Der Theologe rief dazu auf, gegenläufige Ansichten und Positionen zu akzeptieren und es Fidelis in diesem Punkt nicht gleichzutun.

 

Und: „Wir müssen Abstand zu uns selber finden.“ Deshalb nannte er Fidelis den Fürsprecher der Menschen, die ausbrennen. Die Prozession fiel das zweite Jahr hintereinander aus. Stattdessen stellten viele Sigmaringer Lichter in ihre Fenster. Nach einer virtuellen Prozession mit Bilder von Gläubigen spendete Pfarrer Baumgartner mit der Fidelis-Relique den Segen.

 

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