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Malteser Bodensee

SÜDKURIER Singen: Viele lassen sich testen: Die drei Testhütten in der Stadt werden rege genutzt

02.06.2021
Simon Mengeu und Alina Dittrich vom Malteser Hilfsdienst haben alle Hände voll zu tun. Die Testhäuschen, wo man sich ohne vorherige Anmeldung testen lassen kann, sind stark frequentiert. Foto: Julia Fuchs

Bis zu 600 Schnelltests sind am Wochenende in der Singener Innenstadt gemacht worden. Besonders beliebt ist es, ohne vorherige Anmeldung vorbei zu kommen.

 

Das Wetter zeigte sich am Wochenende von seiner besten Seite und so war es auch nicht verwunderlich, dass es in der Stadt von Menschen wimmelte, die mit der Sonne um die Wette strahlten. Die Plätze in der Außengastronomie waren fast ausnahmslos besetzt – ein negativer Corona-Schnelltest die Eintrittskarte dafür.
Tests für mehr als 600 Personen
„Am Freitag und Samstag haben wir über 600 Personen getestet“, verrät Alina Dittrich, „zwischen Montag und Donnerstag sind es so etwa 400 Leute pro Tag.“ Sie ist eine der Engagierten, die ihren Dienst zusammen mit Simon Mengeu in der Testhütte in der August-Ruf-Straße absolviert. „Wir vom Malteser Hilfsdienst sind jetzt die zweite Woche hier vor Ort“, berichtet Matthias Engel, ehrenamtlicher Referent für Sanitätsdienste. „Die Pandemie ist für alle Hilfsorganisationen eine große Herausforderung und wir wären sehr froh, wenn sich noch Freiwillige einfinden würden, die uns helfen. Neben dem Testen fallen diverse Arbeiten bei der Dokumentation an.“
Buden sind werktags geöffnet
Die Testhütten sind montags bis samstags von 9 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Vor dem Cano testet der Drogeriemarkt, jedoch nur nach vorheriger Online-Anmeldung und am Samstag waren bereits alle Termine vorab ausgebucht. Bei der Hütte in der August-Ruf-Straße und der Hütte in der Scheffelstraße, Ecke Hegaustraße, kann sich jeder Testwillige ohne Voranmeldung anstellen und kommt in der Regel nach einer kurzen Wartezeit dran.
Wartezeit bei etwa 20 Minuten
„Diese beträgt normalerweise zwischen 20 und 30 Minuten“ informiert Alina Dittrich, „wenn am Wochenende die Warteschlangen aber besonders lang sind, kann es auch mal ein paar Minuten länger dauern“. Es muss lediglich ein Formular ausgefüllt werden, dann wird getestet, anschließend bekommt die Person eine Nummer und nach etwa 15 Minuten wird das Ergebnis in schriftlicher Form überreicht.

 

Ähnlich geht es an der Testhütte in der Scheffelstraße, Ecke Hegaustraße zu. Hier sind die Johanniter durch Alexander Schungel und Michele Fröde vertreten. „Bei uns haben sich am
Samstag knapp 300 Personen testen lassen“, berichtet Alexander Schungel. Die Helfer bestätigen, dass die meisten Testwilligen höflich und geduldig warten, bis sie an der Reihe sind.

 

Angemietet und aufgestellt wurden die Hütten von der Stadt Singen, wobei Stefan Schüttler als Beauftragter des Katastrophenschutzes die Organisation übernommen hat. Seit dem 8. Mai tehen drei Testhäuschen in der Innenstadt, eines in der August-Ruf-Straße, ein weiteres in der Scheffelstraße/Ecke Hegaustraße. Bei diesen kann man sich von Montag bis Samstag ohne Voranmeldung testen lassen. Getestet wird durch Hilfsorganisationen wie das Rote Kreuz, die Johanniter oder die Malteser, die sich abwechseln. Das dritte Testhäuschen steht vor dem Cano, hier testet der Drogeriemarkt, jedoch nur mit Online-Anmeldung. Eine vierte Testbox steht in der Schaffhauserstraße vor dem Aachbad, dort kann man sich auch sonntags testen lassen. Mehr Informationen auf der Homepage der Stadt Singen. 

 

Allerdings komme es schon hin und wieder vor, dass der ein oder andere meckert, weil es ihm nicht schnell genug geht, da er einen Termin einzuhalten hat. Katrin Wedhorn aus Geisingen stand am Samstag in der Warteschlange. „Ich hoffe, dass dieses Mal alles gut geht“, sagt sie.
„Ich habe mich unlängst in einer Apotheke in Geisingen testen lassen, weil ich einen Termin hatte. Nach dem Test hieß es, ich sei positiv und solle mich auf schnellstem Weg nach Hause in Quarantäne begeben. Dann musste ich ins Impfzentrum nach Spaichingen, wo ein PCR-Test gemacht wurde und der war eindeutig negativ. Mein Termin am Wochenende zuvor hatte sich damit natürlich erledigt. Hoffentlich habe ich heute mehr Glück“, meint sie mit besorgter Miene.

 

Völlig entspannt dagegen war Wolfgang Maier aus Singen. „Ich bin Rentner und habe Zeit“, sagt er mit einem Schmunzeln, „ich möchte heute einen schönen Tag in der Stadt verbringen und vielleicht auch irgendwo sitzen und etwas trinken. Mit dem Test dürfte das kein Problem sein“, sagt er.
Testen wegen des Arbeitsalltags
Dzumaliyg Azizi aus Singen kann das schöne Wetter nicht genießen, sie hat sich zum Testen eingereiht, weil sie auf dem Weg zur Arbeit ist. „Ich arbeite im Housekeeping eines Konstanzer Hotels“ berichtet sie. „Und da ich auf Abruf arbeite, muss ich jedes Mal einen Negativtest vorweisen können, bevor ich mich an meinen Arbeitsplatz begebe.“

 

Testen für den Tourismus
Sie ist froh, dass es an den Testboxen so schnell und unbürokratisch vorangeht. „Ich will mit meiner Freundin zur Landesgartenschau nach Überlingen“, verrät Erika Schmal, ebenfalls aus Singen und ist dabei schon voller Vorfreude. Sie findet es praktisch, sich hier auf die Schnelle testen zu lassen, um dann in Überlingen keine Zeit mehr zu verlieren.
Gut gelaunt waren auch Alina Schuricht und Anna Zuch aus Engen, die beiden jungen Frauen wollten shoppen und sich anschließend ein Plätzchen in der Außengastronomie erkämpfen. Mit dem Negativtest in der Tasche können sie den Tag genießen in der Gewissheit, nicht infiziert zu sein und auch niemanden anderen zu gefährden.

 

von Manuela Fuchs

 

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