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SCHWAEBISCHE Zeitung Wolfegg: Bauernhausmuseum wird überraschend zum Impfzentrum: Erster Tag schon ausgebucht

03.12.2021
Die Zehntscheuer Gessenried (links) im Bauernhausmuseum Wolfegg wird zum Impfzentrum. (Foto: Katrin Neef)

Der Landkreis Ravensburg bekommt am Wochenende ein neues Impfzentrum: Im Bauernhausmuseum in Wolfegg wird ab Samstag gegen Covid-19 geimpft. Damit soll die Lücke zwischen dem Impfzentrum in der Argonnenhalle in Weingarten und dem in der Stadthalle in Wangen ein Stück weit geschlossen werden. Hinter dem Impfzentrum stehen der Wolfegger Hausarzt Boris Del Bagno, der Landkreis Ravensburg und der Malteser-Hilfsdienst.

 

von Philipp Richter. Die Nachfrage nach einer Corona-Schutzimpfung ist enorm hoch. Das berichten die Hausärzte in der Region seit Wochen. Auch in der Hausarztpraxis von Boris Del Bagno in Wolfegg ist das so. „Wir haben es zurzeit mit einer beispiellosen Infektwelle und einer beispiellosen Corona-Welle zu tun, dazu kommt die hohe Nachfrage nach Impfungen.

 

Wir arbeiten am Anschlag“, berichtet Boris Del Bagno. Als der Leiter des Ravensburger Gesundheitsamtes, Michael Föll, auf den Wolfegger Arzt mit der Frage zu kam, ob er sich vorstellen könne, ein großes Impfangebot zu organisieren, musste er nicht lange überlegen.

 

400 Impfungen beim Testlauf am Dienstag

 

Und so kam es zur Idee, in der Zehntscheuer Gessenried im Bauernhausmuseum Wolfegg ein Impfzentrum einzurichten. Das Museum sei perfekt dafür geeignet. Das Angebot soll eine Entlastung für die Hausärzte speziell in der Region zwischen Bad Waldsee, Bad Wurzach und Wangen schaffen. Am vergangenen Dienstag gab es einen Testlauf. In zwei Impfstraßen erhielten 400 Personen ihre Corona-Schutzimpfung.

 

So soll es dann auch in den kommenden Wochen ablaufen. Geimpft wird jeweils an den Adventswochenenden, samstags und sonntags, jeweils von 10 bis 18 Uhr. Zusätzlich wird im Zeitraum vom 27. bis 31. Dezember täglich von 10 bis 18 Uhr geimpft. Voraussetzungen für die Impfung ist eine Online-Anmeldung unter www.impfzentrum-wolfegg.de. Bei entsprechender Nachfrage soll das Angebot im neuen Jahr fortgeführt werden.

 

Diese Impfstoffe kommen zum Einsatz:

 

„Jeder, der angemeldet ist, bekommt eine Erinnerungsmail, dass er nicht zu früh und nicht zu spät zum Termin bekommt. Dadurch konnten wir beim Testlauf Wartezeiten reduzieren“, berichtet Del Bagno. Die Wartezeiten hätten so in Ausnahmefällen maximal zehn Minuten betragen.

 

Zum Einsatz kommt in erster Linie der Impfstoff von Moderna. Pro Tag können die Helferinnen und Helfer des Impfzentrums im Bauernhausmuseum 320 Moderna-Spritzen setzen. Dazu kommen wenige Dosen mit dem Impfstoff von Biontech. „Als Hausarztpraxis sind wir auch von der Rationierung durch das Gesundheitsministerium betroffen.

 

Deswegen halten wir die Biontech-Dosen ausschließlich für Unter-30-Jährige und Schwangere vor, damit diese Gruppe zum Zug kommt“, so der Wolfegger Arzt. Und er betont: „Ich kann den Impfstoff von Moderna uneingeschränkt empfehlen. Er ist hochwirksam und sehr gut verträglich – egal mit was vorher geimpft wurde.“

 

Das sind die Formalitäten:

 

Angeboten werden sowohl Erst- und Zweitimpfungen als auch Booster-Impfungen. Letztere werden den Großteil ausmachen, davon geht der Arzt aus. Dabei ist zu beachten: Die Einmalimpfung mit Johnson & Johnson muss mindestens vier Wochen zurückliegen.

 

Wer bereits zweimal geimpft ist (egal mit welchem Impfstoff), muss einen Abstand von mindestens fünf Monaten zur Auffrischungsimpfung nachweisen. Wer mit Biontech einmal geimpft ist, kann die Zweitimpfung drei Wochen danach erhalten. Wer mit Moderna einmal geimpft ist, kann seine Zweitimpfung nach vier Wochen bekommen.

 

Die Nachfrage ist enorm: Kaum ging die Internetseite www.impfzentrum-wolfegg.de online, ist der erste Impftag am 4. Dezember am Donnerstag bereits ausgebucht. Und das nur durch Mund-zu-Mund-Propaganda in Wolfegg.

 

Die Ärzte, die im Impfzentrum vor Ort sein werden, kommen aus der ganzen Region. Sie sind einem Aufruf von Kreisärztechef Hans Bürger gefolgt. „Die Hilfsbereitschaft ist sehr groß“, so Del Bagno, „darunter sind andere Hausärzte, Chefärzte und Assistenzärzte.“

 

Malteser haben bereits Impferfahrung

 

Betrieben wird das Impfzentrum hauptsächlich durch die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer des Malteser-Hilfsdienstes. Seit März 2020 sind die Malteser im Bevölkerungsschutz zur Bewältigung der Pandemie tätig. Sie haben durch ihre Arbeit im Kreisimpfzentrum in der Oberschwabenhalle in Ravensburg und bei zahlreichen Impfungen in Unternehmen wie Vetter Erfahrung.

 

„Ich finde die Idee gut. Als wir davon gehört haben, habe ich direkt unsere Kapazitäten gecheckt und zugesagt“, sagt Udo Blaseg von den Maltesern. Deswegen habe man das Projekt Impfzentrum Wolfegg sofort unterstützt. Für das Bauernhausmuseum spreche die geografische Lage im Landkreis sowie die guten Parkmöglichkeiten. Blaseg: „Ich rechne mit einer hohen Resonanz.“

 

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